West Germany: a swansong: Filmabend

West Germany: a swansong: Filmabend

Donnerstag, 7. November, um 19 Uhr

West Germany. A Swansong. Filmabend

Nach Angela Merkel's zweiter Wiederwahl zur Kanzlerin eines Landes, das man streitbar als Ausweitung Westdeutschlands bezeichnen könnte, und der Umbenennung des WestGermany in NorthEurope fragt sich Gitte Bohr: Was ist mit West-Deutschland passiert?

Das alte West-Deutschland war für die Zeit seiner kurzen Existenz eine einzige Identitätskrise. Das Erbe des Dritten Reichs hing wie ein Schatten darüber. Kaum war der Wohlfahrtsstaat aufgebaut, schon wurde er in einer neoliberalen Tendenz zum Gegenstand harscher Kritik. Der Kampf um das Selbstbild gegenüber dem siamesischen Zwilling auf der anderen Seite der Mauer eine ewige Feile. Mit dem Fall der Mauer wurde vieles abgewickelt. Nur diese Fragen nicht. In einer problematischen Wiedervereinigung entstand ein Graben da, wo früher eine Mauer stand. Ideologische Versuche, die Marke West-Deutschland zum alternativlosen Konsens zu formen, während ihr Markenzeichen - der Sozialstaat- demontiert wird, haben bereits Schiffbruch erlitten. Die Gesellschaft zerfällt: Ossis und Wessis, Reich und Arm, Wähler und Nichtwähler, Teilhabende und Abgehängte.

Gitte Bohr lädt zu einem besinnlichen Filmprogramm ein, das in Filmbildern die alte Bundesrepublik Deutschland Revue passieren lässt. Begleitet von einem Vortrag, zeigen wir Videokunst, Dokumentarisches und Filmausschnitte. Im Anhang soll eine Diskussion um Geschichte und Erbe West Deutschlands stattfinden.