Symbolisches Kapital

in Zusammenarbeit mit AntiGen:

Symbolisches Kapital

Info-Ausstellung zum Thema Aufwertung und Gentrifizierung

Eröffnung: 9. Juni, 19H
Öffnungszeiten während "48 Stunden Neukölln":
17. Juni: 19 – 24H (Diskussion ab 20H)
18. Juni: 14 – 19HH

Symbolic Capital - the blackboard

Die Kreidetafel

Das diesjährige Thema von 48 Stunden Neukölln ist "Luxus". Gitte Bohr nimmt dieses als Gelegenheit auf um zu überlegen warum, wie und wofür solch eine phantasmagorische Konstruktion von Luxus in einem armen Stadtteil wie Neukölln stehen soll. Zu jetzigen Zeitpunkt verweisen diese Fragen auf ein hauptsächliches Thema: Gentrifizierung. Im urbanen Raum, ebenso wie in anderen Kontexten, folgt der Traum vom Luxus einer charakteristischen Logik: Alle können ihn träumen, aber nur wenige werden ihn erreichen können. Nichts desto trotz beherrscht und konditioniert dieser Traum die Leben von so vielen Menschen und verstellt Ihnen die Sicht auf mögliche Veränderungen.

Symbolic Capital - Installationsansichten

Die Ausstellung

Der Begriff der Gentrifizierung wurde durch die britische Soziologin Ruth Glass eingeführt, um einen Prozess der Aufwertung und Preisanstieg und folgende Vertreibung der Arbeiterfamilien aus den Arbeitervierteln Londons. Dieser Prozess entspricht genau der derzeitigen Situation in Neukölln. Es handelt sich um einen komplexen Prozess mit vielen verschiedenen Faktoren, die wir hier am Beispiel untersuchen wollen.

In Zusammenarbeit mit der ebenfalls im Schillerkiez beheimateten Anti-Gentrifizierungsgruppe AntiGen präsentiert Gitte Bohr Symbolisches Kapital. Das kooperative Projekt wird am 9.Juni eröffnet und im Zusammenhang von 48 Stunden Neukölln präsentiert und diskutiert. Als work-in-progress -situation, soll es die Form einer Info-Ausstellung mit Texten, Filmen und Kunstwerken präsentiert werden, begleitet von einer offenen Diskussion am Freitag, den 17 Juni, um 20 Uhr.

Ausgehend von einer allgemeinen Untersuchung bestimmter Begriffe im Prozess der Gentrifizierung, seiner Mechanismen und seiner Einbettung in größere Strukturen neoliberalen Kapitalismus, wollen wir die spezifische Situation auf dem Schillerkiez in Augenschein nehmen. Nach der Umwandlung des Tempelhofer Flugfelds in einen Bürgerpark ist der Kiez für Investoren und Spekulanten, sowie für Stadterneuerungsprojekte interessant geworden. Wie genau funktionieren diese Prozesse? Was sind die Konsequenzen aus den Mieterhöhungen, den Verschönerungen usw. für die Bewohner? Wo liegen Möglichkeiten des Widerstands gegen Exklusionismus und Vertreibungen und welche alternativen Modelle wären für den Stadtraum hier denkbar?

Als Künstler, Kulturproduzenten, Studenten und junge Menschen mit alternativem Lebensstil befinden wir uns in einer Widersprüchlichen Situation: Unsere schiere Anwesenheit erzeugt symbolisches Kapital - einer der wichtigsten Faktoren für urbane Aufwertung. Aber sind wir wirklich Bestandteil der sogenannten "kreativen Klasse" oder basiert dieses Konstrukt nicht doch eher auf einer neoliberalen Mythologie? Und: was können wir tun, um solch Instrumentalisierung zu entgehen?

"We've got to revolutionize the geographic subconscious; we've got to revolutionize daily life--that's what really matters. In changing the city, we change ourselves. The real question is: what kind of people do we want to be?" -David Harvey

Link to 48 Stunden Neukölln