Franziska Wildt - Die innere Front

Franziska Wildt - Die innere Front

Eröffnung: Donnerstag 10. November, 19H

Ausstellungsdauer: 11.-26. November, 2011
Donnerstag - Samstag: 14 - 18H

Franziska Wildt - Installationsansichten

Installationsansichten

Auf einer Spurensuche nach der Geschichte eines Ateliers an der UdK (Raum 58), das sich gegenüber dem Atelier Arno Brekers, an den damaligen Charlottenburger Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst befand, stieß Franziska Wildt unverhofft auf die Geschichte des Ehepaar Schumacher und deren Kommilitonen Oda Schottmöller und Fritz Cremer, Studenten der bildenden Künste an dem Berliner Institut. Ihr Atelier diente ab 1932 als "Briefkasten" für den Kreis um die antifaschistische Zeitschrift "Gegner", zu dem auch Harro Schulze-Boysen gehörte. Zusammen mit ihm und vielen anderen gehörten die Kunststudenten zum späteren Schulze-Boysen/ Harnack-Kreis, Teil einer Widerstandsbewegung, die von der Gestapo "Rote Kapelle" genannt wurde. Die Schumachers und viele ihrer Freunde und Kollegen wurden von der Gestapo verhaftet und hingerichtet, ein Großteil ihrer Werke wurde zerstört.

Franziska Wildt - Installationsansichten

Installationsansichten

Franziska Wildt rekonstruiert ein Teppichmotiv von Elisabeth Schumacher aus Kopien des Flugblatts "Die innere Front" oder beschäftigt sich mit einem der wenigen erhaltenen Werken Kurt Schumachers, der Bronze mit dem zweideutigen Titel "Fallender" von 1931. Zeichnungen in Berliner Blau gemahnen an die Verwendung ihres Grundstoffs Eisenhexacyanoferrat als Grundstoff von Zyklon B. Zitate und Quellen treffen auf einander: Ein Glas mit verdunstetem Salzwasser auf einem Werkblock, Paul Celans Schwarze Milch, Berichte aus der Gefangenschaft, Miniatur-Flugblätter auf Briefmarkengröße, ein Jugendgedicht von Ingeborg Bachmann oder ein Trümmergemälde von Peter Weiss werden in Beziehung gebracht. In subtilen Querverweisen zeichnet Franziska Wildt ein feinfühliges Bild einer zerstörten Künstlergeneration.